DHM : Dehumanizacja?    (Pop Annoys)

Wenn Nerve69, der Frontmann der polnischen Deathrocker Miguel & The Living Dead eine Empfehlung zugunsten seiner Landsmänner von DHM abgibt lohnt es sich schon einmal, ein Ohr zu riskieren, zumal Szenemusik aus unserem Nachbarland nicht allzu oft den Weg in unsere Läden, Magazine und damit in den Mittelpunkt unserer Aufmerksam findet.

DHM spielen 80er Jahre- Post Punk und New Wave. Angefangen als Untergrundband, die sich vor ca. 12 in den harten Zeiten des Post-Kommunismus zusammenrauften und im polnischen Untergrund ihre ersten Sporen verdienten, brachten sie schließlich in 2003 ihre erste CD heraus. Nun, zwei Jahre später schließlich schießen sie "Dehumanizacja?" nach. Keine Ahnung, was dieser Titel bedeutet, da ich der polnischen Sprache leider nicht mächtig bin. Also lassen wir die Musik für sich sprechen: Zehn knackige Punk-, Postpunk- und Wave-Tracks finden sich auf diesem Longplayer. Und... man hört durchaus, dass diese Jungs schon einige Jährchen zusammen musizieren. Das klingt alles sehr gekonnt und professionell, trotzdem haben die Songs noch den unverbrauchten Charme des Untergrundes: Schrubbelige E-Gitarrenwände, knüppelige Drums und ein herrlich unverbrauchter Gesang.   

Die Songs wurden allesamt auf Polnisch eingesungen. Schon dies macht "Dehumanizacja?"  zu einer leicht exotischen Angelegenheit. Musikalisch kann man DHM jedoch irgendwo bei Red Lorry Yellow Lorry, den frühen Killing Joke oder auch ein wenig bei Dead, Bloody & Sexy einordnen. Das ca. 45minütige Album ist ein kurzweiliges Hörerlebnis. DHM wirken angenehm zeitlos im besseren Sinne. Sie verlassen sich auf das was sie können, nämlich den traditionellen Goth-Punk und versuchen nicht auf Krampf, Innovationspreise zu gewinnen. Bleibt zu hoffen, dass DHM auch hierzulande die Chance bekommen, vielleicht auf der durch das Land rollenden Deathrock-Revival-Welle zu surfen und ihren Bekanntheitsgrad zu steigern. Verdient hätten sie´s.               (Schwarzer Tau)

Bandpage: www.dhm.com.pl

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